Info in eigener Sache

Liebe Gemeindeglieder in Okriftel, Eddersheim und Hattersheim, fotochristine

es mag dem einen oder der anderen aufgefallen sein, dass ich in diesem Jahr nun seit mehreren Wochen mehrfach erkrankt war und auch keinen der Gottesdienste der Feiertage vor und um Ostern selbst gehalten habe. Ebenso mögen auch bereits Mutmaßungen und/oder Gerüchte über die Situation im Raum sein.

Daher wende ich mich  selbst an Sie, um eine Verbreitung der phantasievollen Ideen und Geschichten möglichst frühzeitig zu bremsen.

Nach mehreren kurz aufeinander folgenden Erkrankungen im Frühjahr kam ich nicht mehr daran vorbei, mich mit meiner gesamten körperlichen und psychischen Verfassung auseinanderzusetzen.

In verschiedenen Gesprächen wurde mir beim Blick auf die letzten 18 Monate deutlich, dass ich in einem schleichenden Prozess an einen Punkt angekommen bin, an dem ich den Anforderungen aktuell nicht mehr gewachsen bin. Ich tue meine Arbeit wirklich von Herzen gern, und sie geht mir üblicherweise mit einer guten Mischung aus Routine, Herz und „Handwerk“ ohne Probleme flüssig von der Hand. Doch genau dies geht nicht mehr. Mit anderen Worten: Ich stehe am Punkt eines Burnout und kann meine Arbeit zur Zeit bis auf weiteres nicht ausüben. Die Entwicklung habe ich in ca. den letzten anderthalb Jahren ignoriert, weil ich dachte, so etwas trifft mich sicher nicht. Und ich hätte es wahrscheinlich weiter ignoriert und mir eingeredet, alles im Griff zu haben. Doch verschiedene Ereignisse haben mich sozusagen auf eine „Abkürzung“ geführt, so dass ich nun also nicht erst in 6,7,8 oder 10 Monaten, sondern jetzt am (befristeten) Exit stehe.

Ich habe mit Arzt und Therapeutin eine Art Übergangsfrist ausgehandelt, da ich nicht Knall auf Fall alles stehen und liegen lassen wollte und konnte. So werde ich zum Beispiel die Konfirmanden des Jahres 2016 noch bis zur Konfirmation begleiten und sie auch konfirmieren. Danach – also ab Juni – werde ich meinen Dienst ruhen lassen. Wie lange diese Pause sein wird, kann mir derzeit niemand sagen. Da ich mich für eine ambulante Therapie entschieden habe, werde ich in dieser Zeit weitgehend hier in Okriftel sein, zeitweise einem Ehrenamt nachgehen, sicher auch den einen oder anderen Gottesdienst besuchen.

Die Therapie habe ich inzwischen begonnen und hoffe, dass diese mich wieder in die Lage versetzen wird, meinen Dienst mit der Freude, der Energie, den Ideen und der Hoffnung auszuüben, wie ich es 20 Jahre gerne getan habe.

Nun grüße ich Sie alle herzlich

Ihre Pfarrerin Christine Lohrum-Zahradnik